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Dietrich Roeschmann writes about the „Körperbilder“ in the exhibition „Mit Füßen und Mimik“ (excerpt)


Scheint Zeller hier auf den ersten Blick an einem Index möglicher Abstraktionen des menschlichen Körpers zu arbeiten – vom trivial-existenzialistischen Giacometti-Rip-Off bis zur coolen Material-Collage im Street-Art-Look ist alles dabei –, verraten ihre Bilder zugleich eine auffallende Begeisterung für die haptischen Qualitäten, die die Auslöschung der Figur durch chemische und physikalische Materialprozesse hervorbringt.
Dass bei manchen ihrer Überarbeitungen am Ende kaum mehr als ein Fleck übrig bleibt, als sei der Körper unter extremer Hitze verdunstet, scheint die Spur als Hinweis auf das Abwesende ins Zentrum zu rücken. Ob wir diese mit der Aura von Vergänglichkeit, Verletzlichkeit oder Begehren aufladen, bleibt uns überlassen. Doch auch das zeige diese Bilder: Toner, Holz und Nitrolösung wissen nichts von solchen Zuschreibungen – nicht einmal, zu welch absichtsloser Schönheit zu reagieren sie imstande sind.

Dr. Brigitte von Savigny introducing the exhibition „Interstellar“ (excerpt)

 

Es ist nun nicht nur die Wolle, sondern auch die in Schichten modellierte Stofflichkeit samt seiner weichen Umrisse, die mich an die sinnliche Präsenz von Schafen erinnert. Und wenn man einer Herde, wie die Tiere,  Schafe und Lämmer, in unterschiedlicher Beziehung zueinander und zu ihrer Umgebung, stehend oder lagernd, isoliert, dicht nebeneinander oder auch zusammengerückt, nachspürt, streift man auf einem Seitenpfad das in dieser Ausstellung dominierende Beziehungsgeflecht.

 

Diese Wollobjekte strahlen Ruhe und Ausdauer im Sinne einer verwandelten Kraft aus.

Was nun vordergründig nach Stabilität und Kompaktheit aussieht, birgt auch etwas Fragiles und Sensibles und verweist auf den Zusammenhang, dass alles mit allem bestehen bleibt wie die Konstellation der Gestirne.